Demokratie ist auch eine unternehmenrische Aufgabe

Wir haben uns sehr gefreut, als wir eine Einladung der Wirtschaftsjunioren Hamburg erhielten, bei ihrem monatlichen Treffen einen Workshop zu „Demokratie-Fitness“ zu halten.

Die Wirtschaftsjunioren Hamburg sind ein engagiertes Netzwerk junger Führungskräfte und UnternehmerInnen, die sich mit viel Herzblut für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Hansestadt einsetzen. Gerade in Unternehmen kommen viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven und Hintergründen zusammen. Hier finden viele Gespräche, Diskussionen und gemeinsame Aktionen statt.

 

Logo für Demokratie-Fitness. Es zeigt einem Oberarm mit geballter Faust

Text als pdf hier - Text in einfacher Sprache hier

Die Idee des Ausschusses Impact & Innovation war genau für diese Zielgruppe die Uneinigkeits- und Kompromiss-Muskeln aus dem zehnteiligen „Demokratie-Fitness“-Programm zu trainieren. Die Demokratie und unsere demokratischen Werte zu stärken und wieder miteinander, statt gegeneinander ins Gespräch zu kommen ist entscheidend für den Erfolg. Die Demokratie ist nicht selbstverständlich.

Für manche war es vielleicht überraschend, dass wir trainiert haben, bei Uneinigkeit durchzuhalten. Also die eigene Meinung standhaft gegen eine andere zu vertreten, statt voreilig einzulenken, um in einer komfortablen Harmonie anzukommen. Denn Uneinigkeit auszuhalten macht uns klüger und stärkt das Demokratieverständnis. Dass Kompromisse trotzdem gesucht werden müssen, wird dadurch nicht weniger wichtig. Wie es am besten gelingt, war Gegenstand der Trainingseinheit für den Gegenspieler Kompromiss-Muskel. Neueste neurowissenschaftliche Erkenntnisse lehren uns auch, dass Empathie - im Gegensatz zu weit verbreiteter, irriger Vorstellung - beim Suchen und Finden guter Kompromisse eine wichtige Rolle spielt und keineswegs im Gegensatz zu rationalen Entscheidungen steht. Vielmehr ermöglicht sie erst nachhaltig rationale Entscheidungen.

So unkonventionell wie das Training, war auch der Ort des Trainings: auf dem Hof der Freiwilligen Feuerwehr Wilhelmsburg! Der 24. Juni war einer der heißen Tage der Hitzeglocke, unter der Hamburg stand. Wir mussten das Training zwischendurch unterbrechen, um den Feuerwehrleuten und ihrem Einsatzfahrzeug zum Löschen eines Brands freizumachen.

Wir bedanken uns bei den Wirtschaftsjunioren für diese schöne Einladung. Sie hat uns allen verdeutlich, dass wir Freude und Spaß an der Demokratie haben können und sollen. Es ist jeden Einsatz aller Organisationen und Einrichtungen wert – auch und vielleicht ganz besonders der Unternehmen. Und richtig verstanden, ermöglicht sie das, was in der heutigen Zeit wichtiger denn je geworden ist: das Heraustreten aus unseren Silos und das Bauen von Brücken zwischen allen Sektoren, Einrichtungen und Bürgerinnen und Bürgern – national und international.

Helena Peltonen-Gassmann

Fotocredit für alle Bilder: Mehr Demokratie e.V.
Freigabe Wirtschaftsjunioren Hamburg